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Theodosius I.

Persönlichkeiten der byzantinischen Geschichte

Theodosios der Große

Wie Konstantin der Große ist auch Theodosios I. kein Kaiser des Byzantinischen Reiches. Da Theodosios mit der letztmaligen Teilung des Römischen Reiches den Grundstein für das Byzantinische Reich legt und in Konstantinopel Bauten errichten lässt, die wichtig für die Infrastruktur des Byzantinischen Reiches sind, findet Theodosios I. an dieser Stelle Erwähnung.

Familie und Geburt

Der vollständige Name Theodosios I., der am 11. Januar 347 nach Christus im heute spanischen Coca geboren wird, ist Flavius Theodosios. Er ist der Sohn seines gleichnamigen Vaters Flavius Theodosios und Enkel von Honorius, die bereits Christen sind. Über die Mutter von Theodosios I. ist außer ihrem Namen Thermantia nichts bekannt.

Flavius Theodosius

Theodosios Vater ist Feldherr des weströmischen Kaisers Valentinian I. Im Jahr 368 nach Christus tritt Theodosios in die römische Armee ein und folgt seinem Vater auf seinen Feldzügen. Bereits im selben Jahr zieht Theodosios an der Seite seines Vaters in die Schlacht gegen die Britten, 370 nach Christus kämpft er am Rhein gegen die Alemannen und an der Donau kämpft er zwischen 372 und 373 nach Christus gegen die Sarmaten.

Karriere und "Ausstieg"

374 nach Christus wird er zum Moesiae primae befördert und erlangt so die militärische Macht über die Provinz Illyrien. Der Volksstamm der Sarmaten bedrohen von der Donau aus Theodosios´ Machtbereich. Durch den Sieg über die Sarmaten erringt er seinen ersten eigenverantwortlichen militärischen Erfolg. Da Theodosios Vater beim Weströmischen Kaiser in Ungnade fällt und wegen Hochverrat zum Tode verurteilt wird, zieht sich Theodosios 376 nach Christus auf die Landgüter seiner Familie in Spanien zurück.

Theodosios wird zurückgeholt

Die terwingischen Goten bedrohen im Jahr 378 nach Christus das Römische Reich. In der Schlacht von Adrianopel verliert der östliche Teil des Römischen Reichs nicht nur seinen Augustus Valens in der Schlacht sondern auch 20.000 Soldaten. Der Augustus des westlichen Teil Roms Gratian lässt nach Theodosios rufen, der die Goten besiegen soll.

Feldherr Theodosios

Theodosios übernimmt das Oströmische Heer, welches ohne Anführer dasteht im selben Jahr. Schnell befriedet Theodosios den östlichen Teil des Römischen Reichs und schlägt dabei die Goten, Sarmaten, Alanen und Hunnen. Da der östliche Teil des Römischen Reiches noch immer keinen Augustus hat, erhebt Gratian Theodosius am 20. Januar 379 nach Christus zum Augustus des Oströmischen Reiches. Theodosios I. regiert von Thessaloniki aus in etwa den Teil des Römischen Reiches, der unter seinem Sohn und Nachfolger Arcadius zum Byzantinischen Reich wird.

Theodosios I. und die Goten

Theodosios I. konsolidiert das Römische Heer, welches noch immer durch die Schlacht von Adrianopel dezimiert ist. Er nimmt viele Söldner aus den, aus römischer Sicht, Barbarenvölkern in die Armee auf, was nicht jedem im Römischen Reich gefällt. Mit den Goten schließt Theodosios I. im Jahr 382 einen Vertrag, welcher den Goten den Status der Foederati zubilligt und sie damit aber auch zu Waffenhilfe zu Rom verpflichtet.

Kaiser Gratian in Westrom

Im westlichen Teil Roms sieht sich Kaiser Gratian dem Usurpator Magnus Maximus gegenüber, der sich von seinen Truppen 382 nach Christus in Britannien zum Augustus ausrufen lässt. Gratian will gegen Maximus in Gallien ins Feld ziehen, jedoch schließen sich große Teile seiner Armee der Sache Maximus´ an. Gratian wird in der Nähe des heutigen französischen Lyon ermordet. Der westliche Teil des Römischen Reiches wird daraufhin zwischen dem Halbbruder Gratians Valentinian II., der die Provinz Africa und Italien erhält, und Maximus, der die übrigen Reichteile im Westen erhält, geteilt.

Vertrag mit den Persern

Durch Verhandlungen gelingt es Theodosios I. im Jahr 387 nach Christus einen Friedensvertrag mit dem persischen Sassanidenreich auszuhandeln, welcher die Teilung Armeniens beinhaltet, wobei Rom 1/5 und den Sassaniden 4/5 Armeniens zufallen. Mit dem Vertrag mit den Goten und dem Vertrag mit den Sassaniden ist es Theodosios I. gelungen die Grenzen des Oströmischen Reiches zu sichern und er wendet sich daraufhin dem Westen des Römischen Reiches zu.

Weströmischer Kaiser Valentian II.

Im Jahr 388 nach Christus zieht Maximus gegen Valentian II. in den Krieg und fällt dabei in Italien ein. Valentian II. muss zu Theodosios I., der mittlerweile in Konstantinopel residiert, flüchten. Theodosios I. zieht mit seinem stark mit Goten verstärktem Heer gegen Maximus ins Feld und besiegt diesen. Maximus wird ermordet und Valentian II. wird als Augustus des kompletten Weströmischen Reiches wiedereingesetzt, wobei Theodosios I. in Rom 389 nach Christus einen Triumphzug erhält.

Das Massaker von Thessaloniki

In Thessaloniki hat Theodosios I. den Goten Butherich als Heermeister eingesetzt. Dieser lässt im Jahr 390 nach Christus einen beim Volk beliebten Wagenlenker wegen seiner Homosexualität verhaften, was bei der Bevölkerung von Thessaloniki zu einem Aufstand zu Gunsten des Wagenlenkers führt und Butherich das Leben kostet. Theodosios I., weilt zu diesem Zeitpunkt in Mailand und gibt den Befehl seinen Heermeister zu rächen, indem an der Bevölkerung von Thessaloniki ein Massaker verübt werden soll. Theodosios I. bereut seinen Befehl und versucht diesen noch abzufangen, was jedoch nicht gelingt und 7.000 Einwohner von Thessaloniki werden im Hippodrom der Stadt von den Militärs abgeschlachtet.

Exkommunikation Theodosios I.

Der Befehl Theodosios´ I. für das Massaker von Thessaloniki wird im Römischen Reich mit Bestürzung aufgenommen. Der Mailänder Bischof Ambrosios stellt sich in der Folge offen gegen den Kaiser Theodosios I. und lässt ihn nicht mehr zur Messe zu. Theodosios wird quasi exkommuniziert. Um dem Kirchenbann zu entkommen muss Theodosios I. Abbitte leisten. Er ist damit der erste Herrscher, der sich der Autorität eines christlichen Kirchenführers unterwirft.

Tod Valentians II.

Der Kaiser Valentian II. wird am 15. Mai 392 nach Christus erhängt aufgefunden, die genauen Umstände seines Todes sind unklar. Spekulativ wird ein Suizid oder die Ermordung angenommen. In der Folge wird Flavius Eugenius zum neuen Kaiser des Weströmischen Reiches ausgerufen, welcher jedoch nicht die Anerkennung Theodosios I. erfährt. Theodosos I. erhebt seinen jüngeren Sohn Honorius zum Augustus des Westreiches, was einer Kriegserklärung gegen den Westen gleichkommt.

Entscheidungsschlacht um Westrom

In der Schlacht am Fluss Frigidus (heute: Hubelj) im heitigen Grenzgebiet zwischen Italien und Slowenien am 6. September 394 nach Christus besiegt das 100.000 Mann starke Heer des Theodosios´ I. das Heer des Eugenius. Eugenius wird gefangengenommen und ermordet, seinem Feldherren Arbogast gelingt die Flucht, er begeht jedoch wenige Tage später Selbstmord. Die Schlacht gilt als die blutigste Schlacht der Antike.

Tod Theodosios I. und Teilung des Reiches

Durch seinen Sieg ist Theodosios I. Augustus des Gesamtrömischen Reiches – er wird der Letzte sein, der dies von sich behaupten kann. Formal besteht die römische Tetrarchie, da sein Theodosios`I. Sohn Arcadius Caesar in seinem Oströmischen Reich ist und sein Sohn Honorius Augustus in Westrom. Faktisch liegt die gesamte Macht jedoch bei Theodosios I. Diese Machtfülle, die nach ihm kein Kaiser mehr haben wird, endet jedoch bereits nach vier Monaten, als Theodosios I. am 17. Januar 395 nach Christus in Mailand stirbt.

Nebenbei

Zu Theodosios I. ist noch zu erwähnen, dass nicht er die zum Teil heute noch erhaltene Theodosianische Mauer in Konstantinopel erbaut hat, sondern Theodosios II., der byzantinischer Kaiser von 408 bis 450 nach Christus ist. Theodosios II. ist der Enkel des Theodosios I. und Sohn des ersten Kaiser des Byzantinischen Reiches Arcadius.

Byzanz Bildergalerie:

Kirche Sant`Ambrogio in Mailand Stele mit lateinischer Inschrift Theodosios in Istanbul Überreste des theodosianischen Vorgängerbaus der Hagia Sophia
Kirche Sant`Ambrogio in Mailand Stele mit lateinischer Inschrift Theodosios in Istanbul Überreste des theodosianischen Vorgängerbaus der Hagia Sophia

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