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Michael VIII.

Persönlichkeiten der byzantinischen Geschichte

Kaiserreich Nicäa

Das Byzantinische Reich ist ab Beginn des 13. Jahrhunderts in einen schmalen Bereich um die Stadt Nicäa von den Kreuzfahrern zurückgedrängt, die nach der Eroberung Konstantinopels Kreuzfahrerstaaten errichtet haben. Das Byzantinische Reich wird als Kaiserreich Nicäa weitergeführt. Die Kaiser in Nicäa sehen sich in der Tradition des Byzantinischen Reiches und warten auf die Möglichkeit nach Konstantinopel zurückzukehren und Byzanz wiederherzustellen.

Familie und Geburt

Zu einem unbekannten Datum zwischen den Jahren 1223 und 1225 wird der spätere Michael VIII. Paleologos als Michael Doukas Komnenos Paleologos vermutlich in Nicäa geboren. Michaels Mutter Theodora ist Tochter der Irini, die wiederum die Tochter Alexios III. aus seiner Ehe mit Evrosini ist. Michael ist somit Urenkel des Byzantinischen Kaisers Alexios III. Angelos. Ferner ist er damit auch Nachfahre von Alexios I. Komnenos, der in Byzanz von 1081 bis 1118 geherrscht hat. Wie sich in seinem Namen wiederspiegelt ist er verwandt mit allen wichtigen Dynastien, die im Byzantinischen Reich die Kaiser gestellt haben.

Mitregent im Kaiserreich Nicäa

Bereits im Jahr 1246 wird Michael Gouverneur von Meleniko (heute Melenik in Bulgarien) und Serres (heute Griechenland, auch: Serrai und Serrhai) und 1253 Großkonstabler. Der Kaiser des Byzantinischen Reiches im Exil Theodoros II. Laskaris erhebt Michael VIII. 1258 kurz vor seinem Tod zum Despoten, dem nächsten Rang in der Hierarchie nach dem Kaiser. Nach dem Tod Theodoros II. im selben Jahr wird Michael zum Mit-Regenten für Theodoros´ II. minderjährigen Sohn Ioannis (Johannes) IV. Laskaris. Michael soll zusammen mit dem Patriarchen von Konstantinopel Arsenios die Vormundschaft für den jungen byzantinischen Kaiser übernehmen.

Usurpator Michael VIII.

Michael setzt sich über die Thronansprüche Ioannis IV. Laskaris hinweg und lässt sich am 1. Januar 1259 zum byzantinischen Kaiser im Exil durch das Volk ausrufen. Neben der Unterstützung des Volkes hat Michael VIII. auch die Unterstützung der Genuesen, die ihre Handelsmacht durch den starken venezianischen Einfluss auf die Kreuzfahrerstaaten gefährdet sehen. Die Usurpierung des Throns bringt Michael VIII. in Konflikt mit dem Patriarchen Arsenios, der sich dem Willen Theodoros II. verpflichtet fühlt. Arsenios Exkommuniziert Michael VIII., was zu seiner eigenen Absetzung führt. Der neue Patriarch Nikiphoros II. und auch seine Nachfolger gehen mit der Usurpierung entspannter um.

Rückeroberung Konstantinopels

Die innenpolitischen Spannungen sind schnell vergessen, als es dem Feldherren Alexios Strategopoulos 1261 mehr durch Zufall gelingt Konstantinopel für das Byzantinische Reich zurückzuerobern. Die Kreuzfahrer ziehen auf einen Beutekreuzzug an das Schwarze Meer und lassen Konstantinopel faktisch ohne Verteidigung zurück. Bei ihrer Rückkehr können sie lediglich noch „lateinische“ Flüchtlinge auf ihre Boote aufnehmen und nach Venedig segeln. Konstantinopel ist nach 57 Jahren wieder die Hauptstadt des Byzantinischen Reiches.

Triumphaler Einzug in Konstantinopel

In einem Triumphzug zieht Michael VIII., der von der Nachricht der Eroberung selbst überrascht worden ist, am 15. August 1261, dem Feiertag der Jungfrau Maria, der Schutzpatronin Konstantinopels, in Konstantinopel ein. Michael VIII. findet eine Stadt vor, die gerademal 36.000 Einwohner hat und noch immer von den Kriegsschäden der Eroberung 1204 durch die Kreuzritter gezeichnet ist. Michael VIII. macht sich an die Restauration der Stadt und die innenpolitische im Byzantinischen Reich. Ioannis IV. Laskaris, der beim Einzug in Konstantinopel ferngehalten worden ist, wird 1262 geblendet und auf einer Insel in der Ägäis bis zu seinem Tod (genaues Datum unbekannt irgendwann zwischen 1290 und 1327) eingekerkert.

Rückeroberung des Byzantinischen Reiches

Bei der Wiederherstellung und der Erweiterung auf die alten Grenzen des Byzantinischen Reiches, welches von den Kreuzfahrern zerstückelt worden ist, erringt Michael VIII. militärische Erfolge gegen die Bulgaren und die „Lateiner“. Neben militärischen Erfolgen bei der Rückeroberung gelingt es Michael VIII. auf diplomatischem Weg Gebiete für das Byzantinische Reich zurückzugewinnen.

Versuch der Überwindung des Kirchenschismas

Im Jahr 1267 verbündet sich Karl I., der das Königreich Sizilien 1266 von Manfred dem Staufer erobert, mit dem aus Konstantinopel geflohenen Kaiser des Lateinischen Kaiserreiches Balduin II. und dem Fürsten von Achaia Wilhelm II. von Villehardouin gegen Byzanz. Um einen Angriff auf das Byzantinische Reich zu verhindern versucht Michael VIII. eine Kirchenunion zwischen der Lateinischen Kirche und der Orthodoxen Kirche herzustellen und so den Papst zu nötigen einen weiteren Kreuzzug gegen das Byzantinische Reich mit dem Kirchenbann zu belegen.

Scheitern der Kirchenunion

Auf dem Konzil von Lyon 1274 wird die Kirchenunion beschlossen, die in den Bedingungen einer vollständigen Kapitulation der Orthodoxen Kirche gleichkommt. Der Patriarch von Konstantinopel Iosiph (Joseph) I., der dem Papst in Rom nun Untertan wäre, tritt aus Protest zurück. Sein Nachfolger Ioannis (Johannes) XI. geht die Union ein. Nachwievor ist die Eroberung Konstantinopels durch die „Lateiner“ bei der Bevölkerung nicht vergessen und nicht verziehen. Die mehrheitlich griechische Bevölkerung verweigert sich trotz dem ausgeübten Zwang durch Michael VIII. der Kirchenunion.

Unterstützung aus Aragon

Die von Michael VIII. ausgerufene Kirchenunion scheitert an der Bevölkerung des Byzantinischen Reiches. 1282 gehen die Vorbereitungen der Verbündeten Karl I., Balduin II. und Wilhelm II. in die finale Phase. Michael gelingt es Peter III., König von Aragon auf die byzantinische Seite zu bringen. Des Weiteren unterstützt Michael VIII. die Opposition im Königreich Sizilien finanziell, was die Sizilianische Vesper auslöst. Karl I. ist in seinem Reich gebunden und kann keinen Kreuzzug gegen das Byzantinische Reich vollziehen. Noch im selben Jahr beendet Peter III. von Aragon mit seiner Landung auf Sizilien die Herrschaft der Anjou über die Insel.

Tod Michaels VIII.

Am 11. Dezember 1282 stirbt Michael VIII. in Pachomio einem Ort im östlichen Teil der Region Thrazien. Sein Nachfolger als byzantinischer Kaiser wird sein Sohn Andronikos II., der bereits ab 1172 sein Mitregent ist. Michael VIII. gelingt während seiner Regierungszeit die Restauration des Byzantinischen Reiches nicht nur auf politischer sondern auch auf kultureller Ebene. Er leitet mit seiner Unterstützung der Kunst die sogenannte „Paleologische Renaissance“ ein, welche die letzte Blütephase des Byzantinischen Reiches darstellt.

Byzanz Bildergalerie:

Galata zur Zeit Miachels VIII. Das genuesische Viertel Galata mit dem Galataturm Byzantinische Kirche Hagia Aikaterini in Thessaloniki aus der Zeit Michaels VIII.
Galata zur Zeit Miachels VIII. Das genuesische Viertel Galata mit dem Galataturm Byzantinische Kirche Hagia Aikaterini in Thessaloniki aus der Zeit Michaels VIII.

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