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Alexios IV.

Persönlichkeiten der byzantinischen Geschichte

Alexios IV. Angelos

Mit Alexios IV. Angelos hat das Byzantinische Reich einen Kaiser, der die Geschichte des Reiches nachhaltig negativ beeinflusst. Die Umstände seiner Inthronisierung zeigen, dass Alexios IV. nicht an das Byzantinische Reich und die griechische Kultur gedacht hat, er ist lediglich auf den Ausbau seiner Macht bedacht und packtiert mit den Feinden des Byzantinischen Reiches, um Kaiser zu werden.

Familie und Geburt

Zum Zeitpunkt der Geburt von Alexios Angelos im Jahr 1182 ist der letzte Kaiser der Dynastie der Komnenen Andronikos I.an der Macht. Alexios und die Angeloi sind weitläufig über den byzantinischen Kaiser Alexios I. Komnenos, der von 1081 bis 10118 in Byzanz regierte, verwandt. Alexios ist Sohn Isaak Angelos und seiner ersten Frau, die wahrscheinlich Irini hieß und von der sich Isaak 1185 scheiden ließ. Dazu, ob Irini aus dem Haus der Komnenen oder der Paleologen stammt, gibt es widersprüchliche Quellen.

Usurpator Isaak II.

Alexios Angelos Vater Isaak revoltiert im Jahr 1185 gegen den Komnenenkaiser Andronikos I. und lässt sich in Abwesenheit des Kaisers aus Konstantinopel vom Volk zum Kaiser ausrufen. Andonikos I. wird bei seiner Rückkehr nach Konstantinopel von Isaak II. verhaftet und hingerichtet. Isaak II. begründet mit seinem Staatsstreich die Dynastie der Angeloi auf dem Thron des Byzantinischen Reiches.

Isaaks II. Heiratspolitik

Mit seiner Thronbesteigung 1185 trennt sich Isaak II. von seiner Frau Irini und heiratet Margarete, sie ist die Tochter des ungarischen Königs Bella III. und nimmt nach der orthodoxen Taufe den Namen Maria an. Des Weiteren verheiratet Isaak II. seine Nichte Theodora mit dem Herzog der Steiermark und Österreich Leopold VI. In einigen Quellen ist zu lesen, dass Theodora eine Tochter Isaaks II. ist, dies ist aufgrund des engen Verwandtschaftsgrades zwischen den beiden Brautleuten jedoch nach katholischem und orthodoxem Recht nicht möglich. Auch wäre von der Wertigkeit des Herzogtums eine Heirat mit einer Tochter des byzantinischen Kaisers kaum vorstellbar, zum Vergleich ist selbst Kaiser Otto I. für seinen Sohn und Nachfolger lediglich eine Nichte des byzantinischen Kaisers angeboten worden und er stimmte dem zu.

Irini und Philipp von Schwaben

Isaak II. verheiratet seine Tochter Irini 1191 mit dem normannischen Königssohn von Sizilien Roger von Apulien. Roger stirbt bereits im Jahr 1193 und die Königskrone von Sizilien geht nach dem Tod des gemeinsamen Vaters auf Rogers jüngeren Bruder Wilhelm III. über. Wilhelm III. kann Sizilien nicht gegen den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Heinrich VI. verteidigen und verliert Sizilien. Heinrich VI. verheiratet in Abstimmung mit Isaak II. Irini mit seinem Bruder Philipp von Schwaben.

Korruption unter Isaak II.

Die Herrschaft Isaaks II. als byzantinischer Kaiser ist geprägt von Ämterkauf, Bestechung und dem Verschleudern der Staatskasse. Isaak II. investiert Unsummen in neue Prachtbauten im gesamten Byzantinischen Reich. Außenpolitisch gelingt Isaak II. auch nicht viel. Diverse Kriege und Gebiete des Byzantinischen Reiches gehen verloren unter Anderem entsteht das zweite Bulgarische Reich in der Regierungszeit Isaaks II. Das Volk ist mit dem Kaiser unzufrieden, wie vorher mit kaum einem Kaiser.

Usurpator Alexios III.

Während eines Aufenthaltes Isaaks II. in Thrakien im Jahr 1195 nutzt sein Bruder Alexios die Gelegenheit und lässt sich in Konstantinopel vom Militär als Alexios III. Angelos zum neuen Kaiser in Byzanz ausrufen. Der zurückgeeilte Isaak II. steht auf verlorenem Posten, da er in keiner Gesellschaftsschicht des Byzantinischen Reiches Rückhalt hat. Isaak II. wird von Alexios III. zusammen mit seinem Sohn Alexios inhaftiert. In der Haft wird Isaak II. geblendet.

Flucht Alexios zu Philipp von Schwaben

Dem Sohn Isaaks II. Alexios gelingt im Jahr 1202 die Flucht zu Philipp von Schwaben, der wie bereits beschrieben der Bruder des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Heinrich VI. ist und der Gemahl seiner Schwester Irini. Philipp von Schwaben befindet sich im Aufbruch, um das Heer des vierten Kreuzzuges in Zadar zu treffen. Philipp von Schwaben nimmt Kontakt zu den Kreuzfahrern in Zadar auf und unterbreitet diesen ein Angebot, welches von Alexios stammen soll. Inwieweit das Angebot in der Form tatsächlich auf Alexios zurückgeht ist umstritten, wobei Alexios auf jeden Fall ein Angebot unterbreitet hat.

Das Angebot an die Kreuzfahrer

Das Angebot an die Kreuzfahrer lautet, dass sie auf dem Kreuzzug gegen Ägypten einen Halt in Konstantinopel einlegen sollen und Isaak II. wieder auf den Thron des Byzantinischen Reiches hieven sollen. Als Gegenleistung verspricht Philipp von Schwaben, dass das Byzantinische Reich 200.000 Silbermark und 10.000 byzantinische Soldaten zur Unterstützung des Kreuzzuges gegen Ägypten zur Verfügung stellt und sich die Orthodoxe Kirche dem Papst in Rom unterwirft. Alexios muss klar sein, dass diese gigantische Summe selbst vom Byzantinischen Reich nicht aufgebracht werden kann und auch die militärische Unterstützung aufgrund zu weniger Soldaten gar nicht möglich ist. Ein Widerspruch Alexios` geht jedoch aus keiner Quelle hervor.

Ankunft der Kreuzfahrer in Konstantinopel

Die Kreuzfahrer willigen in das Angebot ein und segeln am 24. Juni 1203 gemeinsam mit Philipp von Schwaben und Alexios nach Konstantinopel, wo sie am 5. Juli 1203 eintreffen. Mit Waffengewalt gelangen die Kreuzfahrer in die Stadt und Alexios III. flieht. Isaak II. wird aus dem Gefängnis geholt und wieder auf den Thron gesetzt. Die Kampfhandlungen von Seiten der Kreuzfahrer werden erst eingestellt, nachdem Isaak II. die versprochene Belohnung bestätigt, wobei auch ihm klar gewesen sein wird, dass die Einhaltung unmöglich ist.

Regierung als Alexios IV.

Die Kreuzfahrer lassen sich auf dem nördlichen Ufer des Goldenen Horns in Pera und Galata nieder und warten auf die versprochene Belohnung. Isaak II., der nach der langen Haft körperlich nicht mehr in der Lage ist das Reich zu regieren, erhebt am 1. August 1204 seinen Sohn als Alexios IV. zum Mit-Regenten. Alexios IV. der faktisch die Macht über das Reich hat, versucht mit höheren Steuern die Kreuzfahrer auszuzahlen, was im Byzantinischen Reich zu Unruhen führt.

Alexios IV. und die Orthodoxe Kirche

Neben den monetären und militärischen Verpflichtungen versucht Alexios IV. die Unterwerfung der Orthodoxen Kirche unter die Oberherrschaft des Papstes voranzutreiben. Er sendet Papst Innozenz III. am 25. August ein Schreiben in dem er sich ihm unterwirft und zwingt den Patriarchen von Konstantinopel Ioannis (Johannes) X. Kamatiros öffentlich in der Hagia Sophia ebenfalls seine Unterwerfung zu erklären. In der Folge wächst die Unruhe in der Bevölkerung weiter an.

Absetzung und Tod Alexios IV.

Am 25. Januar 1204 kommt es in Konstantinopel zum Aufstand. Alexios IV. wird für abgesetzt erklärt. Nach drei Tagen ohne Führung lässt sich Nikolaos Kanavos von der Bevölkerung in der Hagia Sophia zum Kaiser ausrufen. Er wird jedoch nicht von den hohen Beamten und dem Militär des Byzantinischen Reiches unterstützt und bereits am 5. Februar 1204 setzt der General Alexios Doukas Mourtzouphlos Nikolaos Kanavos ab und lässt sich selbst zum Kaiser Alexios V. ausrufen. Alexios V. tötet Nikolaos Kanavos und Alexios IV., ob der Tod Isaaks II. auch von ihm befohlen wird oder ob dieser eines natürlichen Todes nach Erhalt der Nachricht vom Tod seines Sohnes gestorben ist, geht aus den widersprüchlichen Quellen nicht klar hervor.

Nachwirken Alexios IV.

Für das Byzantinische Reich hat die von den Kreuzfahrern teuer erkaufte nur fünfmonatige Regentschaft Alexios IV. verheerende Folgen. Die Kreuzfahrer erobern noch im Jahr 1204 Konstantinopel und teilen das Reich unter sich auf. Zwar gelingt es den Byzantinern die Kreuzfahrer 57 Jahre später wieder zu vertreiben, doch ist das Reich so geschwächt, dass es nur noch ein Schatten seiner selbst ist und letztlich 1453 von den Osmanen erobert wird.

Byzanz Bildergalerie:

Kreuzfahrerwappen als Deckenverzierung in Metz/Frankreich Johanniterburg in der Altstadt von Rhodos Venezianischer Lwe in Nafplio
Kreuzfahrerwappen als Deckenverzierung in Metz/Frankreich Johanniterburg in der Altstadt von Rhodos Venezianischer Löwe in Nafplio

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