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Thessaloniki

Orte und Regionen im Byzantinischen Reich

Thessaloniki im Byzantinischen Reich

Die bedeutende Stellung Thessalonikis im Byzantinischen Reich ist heute wohl nur Kennern Ostroms bekannt. Die in Thessaloniki erhaltenen Frühchristlichen- und Byzantinischen Bauten sind bereits seit 1988 auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe. Mit dem Fall Konstantinopels an die Osmanen im Jahr 1430 ist auch der Untergang der Hauptstadt Konstantinopel nur noch eine Frage der Zeit.

Bedeutung Thessalonikis

Die heute nordgriechische Hafenstadt am Thermäischen Golf ist neben Konstantinopel zweiter Regierungssitz des Byzantinischen Reiches. Ist die Lage für die byzantinischen Kaiser in Konstantinopel durch innenpolitische oder Einflüsse von außen zu brenzlig geworden, haben sie Konstantinopel verlassen und ihren Palast in Thessaloniki bezogen. Am Schnittpunkt der Via Egnatia, die Konstantinopel und Rom verbindet, und dem Handelsweg von der Donau an das Mittelmeer kontrolliert die Stadt bis fast zum Ende von Byzanz den Handel im westlichen Teil des Reiches.

Thessaloniki in vorbyzantinischer Zeit

Thessaloniki wird 315 vor Christus von Kassandros, einem der Diadochen Alexanders des Großen, auf der älteren Stadt Thermi gegründet und zu ehren seiner Frau benannt. Kassandros Frau ist die Schwester Alexander des Großen Thessaloniki, die ihren Namen trägt, da ihr Vater Philipp II. am Tag ihrer Geburt die Thessalier besiegt haben soll. Bereits in römischer Zeit ist Thessaloniki eine bedeutende Stadt. 58 vor Christus geht der römische Philosoph und Politiker Cicero nach Thessaloniki ins Exil. Als Cäsar 49 vor Christus den Rubikon überschreitet flieht der Senat von Rom nach Thessaloniki und erklärt die Stadt zu römischen Boden, was die Durchführungen von Senatssitzungen in Thessaloniki ermöglich. Um das Jahr 50 vor Christus gründet der Apostel Paulus in Thessaloniki eine der ersten christlichen Gemeinden in Europa.

Kaiserresidenz des Galerius

Kaiser Diokletians Teilung des Römischen Reiches bringt Thessaloniki wieder in den Blickpunkt des Reiches. Galerius, Cäsar und später Augustus im Osten, bezieht in Thessaloniki seine Residenz. Mit dem Aufstieg Konstantins des Großen wächst auch der Einfluss Thessalonikis. Konstantin der Große lässt in Thessaloniki einen nach ihm benannten Hafen bauen und residiert kurzzeitig auch in Thessaloniki. Nachdem Konstantin der Große die alleinige Herrschaft im Römischen Reich inne hat, ist Thessaloniki in der näheren Auswahl die zweite Kaiserstadt neben Rom zu werden. Letztlich entscheidet sich Konstantin der Große jedoch für Byzantium.

Belagerungen Thessalonikis

Zwar ist Thessaloniki einige Male Schauplatz von Belagerungen durch verschiedene Völker wie die Awaren, Bulgaren, Sarazenen und Anderen, jedoch erlebt Thessaloniki in der byzantinischen Zeit mehrere Blütephasen. Die erste von etwa 400 nach Christus bis 1204 und die zweite von 1224 bis 1387. In dieser Zeit entstehen die bedeutenden byzantinischen Sakralbauten für die Thessaloniki bekannt ist.

Kreuzfahrerstaat "Königreich Thessaloniki"

Mit der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1204 durch die Kreuzfahrer des vierten Kreuzzuges, wird auch Thessaloniki mit eingenommen. Thessaloniki wird die Hauptstadt des Kreuzfahrerstaates Königreich Thessaloniki. Die „Lateiner“ lassen die Bevölkerung der Stadt finanziell ausbluten und wandeln die meisten Orthodoxen Kirchen in Katholische Kirchen um. So wird die Hagia Sophia in Thessaloniki katholische Bischofskirche. Mit der Hilfe des Despotates Epirus gelingt es Thessaloniki bereits 1224 die Lateiner aus der Stadt zu vertreiben. Konstantinopel wird erst 1261 wieder byzantinisch.

Blütezeit Thessalonikis

Mit der Befreiung Thessaloniki von den Kreuzfahrern beginnt eine weitere Blütezeit in Thessaloniki. Einige Kirchen werden gebaut, die als Inbegriff der Byzantinischen Renaissance gelten und den prächtigen Kirchen in Konstantinopel in nichts nachstehen. Im Jahr 1387 wird Thessaloniki zum ersten Mal von den Osmanen eingenommen, sie beherrschen Thessaloniki mit Unterbrechungen bis 1403. Nach einer kurzen Periode ab 1403, in der Thessaloniki wieder zu Byzanz gehört, verschenkt das Byzantinische Reich Thessaloniki 1423 an Venedig, da Konstantinopel nicht mehr für die Verteidigung der Stadt sorgen kann.

Eroberung Thessalonikis durch die Osmanen

Am 29. März 1430 wird Thessaloniki von den Osmanen erobert. Die meisten christlichen Kirchen in Thessaloniki werden in Moscheen umgewandelt und erhalten dadurch Minarette. Der reiche Mosaikschmuck, der hauptsächlich Heilige, die Jungfrau Maria und Christus darstellt, wird von den Eroberern mit Gips übertüncht, da Bilder von Menschen im Islam verboten sind. In Thessaloniki werden in osmanischer Zeit jedoch auch viele öffentliche Gebäude wie Hamams und der Tuchmarkt (Μπεζεστενι – Bezesteni) errichtet. Am 26. Oktober 1912 erobern griechische Truppen Thessaloniki für Griechenland. Die erste orthodoxe Messe im befreiten Thessaloniki wird in der alten byzantinischen Kirche Hagios Minas gefeiert.

Thessaloniki heute

Die Metropolregion Thessaloniki hat heute etwa 1.000.000 Einwohner und ist eine sinnvolle Alternative zu Athen die griechische Geschichte zu entdecken. Neben den aus der römischen Epoche stammenden Sehenswürdigkeiten, wie dem Palast des Galerius, der Rotonda (Mausoleum des Galerius), dem Triumphbogen des Galerius, des römischen Hafens und dem Forum, welches Sitz des römischen Senates gewesen ist, den Thermen unterhalb der heutigen Kirche Hagios Dimitrios und einiger frühchristlichen Kirchen wie die Johannes des Täufers gegenüber der Hagia Sophia sind in Thessaloniki einige osmanische Sehenswürdigkeiten zu sehen, die sich jedoch in einem zum Teil schrecklichem Zustand befinden.

Byzantinisches Erbe in Thessaloniki

Von den byzantinischen Bauten in Thessaloniki sind der Weiße Turm und die gut erhaltene Stadtmauer die Highlights. Der kaiserliche byzantinische Palast in Thessaloniki ist bisher nicht eindeutig identifiziert. Es wird vermutet, dass Mauerreste an der Kirche Profitis Ilias (Προφητης Ηλιας – Prophet Elias) Teile des Palastes sind. Neben den genannten Profanbauten sind in Thessaloniki die byzantinischen Kirchen Hagios Dimitrios, Profitis Ilias, Hagia Aikaterini, Hagia Sophia, Panagia Achiropiitos, Hagoi Apostoli, das Kloster Latomou - Oassis David, das Kloster Vlatodon, Hagios Athanasios, Hagios Antonios, Panagia Chalkeon, Hagios Minas, Metamorphosi Sotirou, Hagios Panteleimonas und einige Andere zu sehen.

Byzanz Bildergalerie:

Teil der byzantinischen Stadtmauern in Thessaloniki Byzantinisches Mosaik im Byzantinischen Museum von Thessaloniki Die Kirche des byzantinischen Klosters Hagii Apostoli in Thessaloniki
Teil der byzantinischen Stadtmauern in Thessaloniki Byzantinisches Mosaik im Byzantinischen Museum von Thessaloniki Die Kirche des byzantinischen Klosters Hagii Apostoli in Thessaloniki

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