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Ausdehnung des Byzantinischen Reiches

Das Byzantinische Reich

Mit dem Byzantinischen Reich wird seit Mitte des 16. Jahrhunderts der östliche Teil des Römischen Reiches bezeichnet. Mit der verwaltungstechnischen Teilung des Römischen Reiches im Jahr 395 nach Christus soll die Regierbarkeit sichergestellt werden. Formal besteht auch weiterhin nur ein Römisches Reich, welches lediglich in zwei Verwaltungsbezirke geteilt ist. Während der westliche Teil des Römischen Reiches bereits 476 nach Christus durch die Absetzung des letzten Kaisers Romulus Augustus untergeht, besteht das Byzantinische Reich bis zur Eroberung Konstantinopels am 29. Mai 1453 weiter. Zu diesem Zeitpunkt besteht das Byzantinische Reich jedoch lediglich aus Teilen des Peloponnes und der Stadt Konstantinopel. In der Folge erhalten Sie einen Überblick über die Veränderungen in der Größe des Byzantinischen Reiches.

395: Teilung des Römischen Reiches

395 nach Christus erfolgt die endgültige verwaltungstechnische Teilung des Römischen Reiches in einen westlichen und einen östlichen Teil. Die Grenze zum Weströmischen Teil verläuft in Nordsüdrichtung durch das heutige Montenegro und Serbien. Im nördlichen Balkan verläuft die Grenze des Byzantinischen Reiches ziemlich genau auf der heutigen Südgrenze Rumäniens, lediglich am Schwarzen Meer weicht ein schmaler Streifen von der Rumänischen Südgrenze ab. In Nordsüdrichtung von der Stadt Silistra in Rumänien bis zur Donau an der Rumänisch-Moldawischen-Grenze und bis zum Schwarzen Meer herrscht ebenfalls das Byzantinische Reich. Die östliche Grenze des Byzantinischen Reiches bildet in etwa eine Linie von der heute türkischen Stadt Trabzon durch Syrien und Jordanien bis zu der Saudi-arabischen Stadt Duba. Die Südgrenze Byzanz führt vom nordöstlichen Äthiopien durch Ägypten und Libyen, wo sie auf der Höhe der Stadt Bengasi auf die Grenze des Wertrömischen Reiches trifft. Innerhalb des byzantinischen Binnenlandes liegen heute die Staaten Albanien, Griechenland, FYRO Mazedonien, Kosovo, Bulgarien, Griechenland, Libanon, Israel, Palästina und Zypern.

460: Größere Ausdehnung

460 nach Christus haben sich die Grenzen des Byzantinischen Reiches nur leicht verschoben. Ostrom kann Gebietsgewinne auf der Krimhalbinsel und am östlichen Ufer des Schwarzen Meeres verbuchen. An der Westgrenze verliert das Byzantinische Reich Montenegro und Teile Albaniens an das Weströmische Reich. Teile des heutigen Serbiens gehen an die Goten verloren.

565: Justinianische Restauration

Mit dem Regierungsantritt Justinians I. im Jahr 527 nach Christus beginnt die Expansion des Byzantinischen Reiches in Richtung Westen. Der westliche Teil des Römischen Reiches wird seit 476 nach Christus von den Goten beherrscht und hat keinen Kaiser mehr. Justinian gelingt es bis zu seinem Tod im Jahr 565 nach Christus große Teile des ehemaligen Römischen Reiches für Byzanz zu erobern. Die Grenzen des Byzantinischen Reiches erstrecken sich neben den seit 395 nach Christus nahezu unveränderten Grenzen im Osten auf die gesamte Adriaküste bis Istrien, die komplette italienische Halbinsel, die Inseln Korsika, Sizilien und Sardinien, auf Teile des heutigen Spaniens und Portugals auf einer Linie südlich von Alicante bis Faro und den Balearen, den nördlichen Teil Marokkos um das heutige Tanger und Teile Algeriens, Tunesien bis Libyen auf einer Linie von Algier nach Bengasi. Nach Justinian I. wird kein byzantinischer Kaiser über ein größeres Reich herrschen.

650: Islamische Expansion

Bereits kurz nach dem Tod Justinians I. beginnen die eroberten Gebiete wieder von Byzanz abzufallen. Bereits 600 nach Christus sind weite Teile des italienischen Festlandes unter langobardischer Herrschaft. Mit Beginn der Islamischen Expansion um 650 nach Christus verliert das Byzantinische Reich wichtige Städte wie Alexandria, Kairo, Jerusalem, Damaskus, Tripolis und Taros. Mit der zweiten islamischen Expansionswelle um gehen für Byzanz auch die übrigen Nordafrikanischen, Spanischen und Portugiesischen Reichsteile verloren.

8. Jahrhundert: Gebietsverluste in Ost und West

Zu Beginn des 8. Jahrhunderts nach Christus beginnt ein weiterer Gegner für das Byzantinische Reich gefährlich zu werden. Die Bulgaren stoßen tief auf die Griechische Halbinsel vor. Das Oströmische Reich besteht nur noch aus den Themen (Verwaltungsbezirken) Venedig und Istrien, Ravenna, Rom mit Korsika und Sardinien, Neapel, Kalabrien mit Sizilien, Thessaloniki, Athen mit den Kykladen Inseln, den Ionischen Inseln, Kreta und dem östlichen Teil der Peloponnes, Ostthrazien, Opsikion mit der Stadt Nicäa, Thrakesion mit der Stadt Ephesus, Karabisiani mit der Stadt Marmaris, Armeniakon an der Südküste des Schwarzen Meeres mit der Stadt Trabezounta und dem Binnenthema Anatolikon.

868: Rückgewinn Griechenland - Grenzverschiebungen

Bis zum Jahr 868 nach Christus gelingt es dem Byzantinischen Reich das griechische Festland zurückzuerobern. Zwischenzeitlich sind jedoch auch Sardinien, Kreta und Korsika verlorengegangen. Von den italienischen Eroberungen Justinians I. sind lediglich Neapel, Teile Kalabriens, Apuliens und Siziliens byzantinisch geblieben. An der Adria muss sich Byzanz bis auf die Höhe Apuliens auf dem Balkanzurückziehen. Im Osten wechselt die Grenzlinie immer wieder, im Jahr 868 verläuft sie von der Südostküste des Schwarzen Meeres diagonal in Richtung Südwesten bis in die Nähe von Tarsus an das Mittelmeer.

1203: Vor dem vierten Kreuzzug

Kurz vor Beginn des für das Byzantinische Reich verhängnisvollen vierten Kreuzzuges im Jahr 1203 besteht das Byzantinische Reich lediglich noch aus dem heutigen Griechenland, Teilen Kroatiens und Serbiens, Albanien, Montenegro, FYRO Mazedonien, Bulgarien, Kosovo, einem Teil der Krim-Halbinsel, der südlichen Küste des Schwarzen Meeres und der Nordostküste des Mittelmeeres. Zwischenzeitlich konnte Zypern und ein Gebiet im heutigen Syrien um Antiochia von den Sassaniden zurückerobert werden, die wiederum eine Bresche in die diagonale Grenzlinie vom Schwarzen Meer zum Mittelmeer des Jahres 868 nach Christus geschlagen haben und ihren Herrschaftsbezirk bis vor die Tore Ankaras ausgeweitet haben.

1204: Eroberung des Byzantinischen Reiches

Mit der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer des vierten Kreuzzuges nimmt der Verfall des Byzantinischen Reiches Tempo auf. Die byzantinischen Kaiser werden auf einen schmalen Streifen zwischen Ägäis und Schwarzen Meer vertrieben und gründen dort das Exilreich „Kaiserreich Nicäa“. Das Kaiserreich Nicäa verläuft von Adramytio (heute Edremit) bis Heraklea Pontika (heute Eregli) und von Ephesos bis Amisos (heute Samson). Neben dem Kaiserreich entstehen auf byzantinischer Seite noch das Despotat Epirus und das Königreich Trapezounta.

1263: Nach den Kreuzfahrern

Mit der Rückeroberung Konstantinopels im Jahr 1263 von den Kreuzrittern und der Inbesitznahme des gesamten Lateinischen Kaiserreichs steht dem Byzantinischen Reich wieder das Kernland und die eigentliche Hauptstadt zur Verfügung. Auch gelingt es Byzanz das Königreich Thessaloniki wieder zurückzugewinnen, was den Herrschaftsbereich des Byzantinischen Reiches auf Festlandgriechenland bis Thessalien ausweitet. Im Westen des Griechischen Festlandes bleibt das Despotat Epirus von Byzanz unabhängig. Ebenso verweigert das Königreich Trapezounta eine Vereinigung. Zwischenzeitlich sind die Seldschuken bis in die südöstliche Ägäis vorgestoßen und das Byzantinische Reich endet auf der Höhe von Ephesus. Neben den Verlusten an der ehemaligen Südgrenze des Reiches geht auch die westliche Schwarzmeerküste an die Bulgaren dauerhaft verloren.

1450: Kurz vor der osmanischen Eroberung

Die Eroberungen des neuen Osmanischen Reiches sind für das geschwächte Byzantinische Reich nicht zu stoppen. Bereits 1430 geht die zweitwichtigste Stadt des Reiches Thessaloniki an die Osmanen verloren. Im Jahr 1450, drei Jahre vor der Eroberung Konstantinopels durch Mehmed II., tummeln sich auf dem ehemaligen Gebiet des Byzantinischen Reiches eine Vielzahl an Völkern. So haben die Venezianer, Osmanen, Bulgaren, Genuesen, Franzosen, Mameluken, der Orden der Johanniter und Serben jeweils Staaten gegründet. Byzanz erstreckt sich lediglich noch über das direkte Umland der Hauptstadt Konstantinopel, eines Großteils der Peleponnes und Kreta. Am Morgen des 29. Mai 1453 wird Konstantinopel vom osmanischen Sultan Mehmed II. erobert. Mit dem Fall von Konstantinopel erlischt das Byzantinische Reich faktisch und eine über 1.000jährige Kultur, die in der direkten Nachfolge zum Römischen Reich steht, verschwindet aus der Geschichte.

Byzanz Bildergalerie:

Christusmonogram in der Euphrasios Basilika in Porec Südtor der antiken Agora in Ephesos Die Keimzelle des Byzantinischen Reiches am Goldenen Horn
Christusmonogram in der Euphrasios Basilika in Porec Südtor der antiken Agora in Ephesos Die Keimzelle des Byzantinischen Reiches am Goldenen Horn

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