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Griechisches Byzantion

Geschichte des Byzantinischen Reiches im Überblick

Gründer Byzantions aus Megara

Am Anfang der griechischen Stadt Byzantion liegen Siedler aus Megara, die sich im der ganzen antiken Welt zum Gespött gemacht haben. Um 675 vor Christus gründen die Siedler aus Megara gegenüber der Landzunge im Bosporus auf der asiatischen Seite die Stadt Chalkidon (auch Halkedon, Chalkedon, Kalchedon und Chalcedon / griechisch: Χαλκιδον auch Χαλκιδονα - Heute: Kadiköy und Stadtteil von Istanbul). Um 657 vor Christus gründen neue Siedler aus Megara, Korinth und Argos die Stadt Byzantion. Der Name von Byzantion geht tatsächlich auf das Thrakische zurück, die Bedeutung ist jedoch nicht bekannt.

Mythos & Wahrheit

Der Sage nach soll der Megarer Byzos das Orakel von Delphi nach einem geeigneten Ort für eine neue Kolonie befragt haben. „Such den Ort gegenüber den Blinden!“, habe das Orakel geantwortet. Byzos hat erkannt, dass das Orakel die Chalkidonen meint, welche die strategisch gute Lage der Landzunge auf europäischer Seite nicht erkannt haben. Der Name von Byzantion soll auf besagten Byzos zurück gehen, der die Stadt an der Stelle des heutigen Topkapi Palastes gegründet hat. Der Name von Byzantion geht tatsächlich auf das Thrakische zurück, die Bedeutung ist jedoch nicht bekannt.

Byzantion und die Schifffahrt

Da der gesamte Schiffsverkehr zwischen dem Schwarzen Meer und der Ägäis durch den Bosporus führt, wird Byzantion schnell eine wichtige Handelsstadt. Die Route durch den Bosporus ist für die hellenischen Stadtstaaten die Lebensader, um an Weizen aus der Region der heutigen Ukraine zu gelangen. Von den an der asiatischen Küste gelegenen griechischen Orten, ist die Meerenge zwischen Marmarameer und Bosporus nicht genutzt worden, da der Weg über den Hellespont (heute Dardanellen) bei Abydos praktischer gewesen ist.

Die erste Brücke über den Bosporus

Den „Durchbruch“ zur antiken Großstadt hat Byzantion in griechischer Zeit nicht geschafft und ist so immer wieder in Abhängigkeit geraten. 541 vor Christus erobern die Perser Kleinasien und unterwerfen die griechischen Städte an der asiatischen Küste. Byzantion wird Persien tributpflichtig. 514 vor Christus baut Dareios der Große eine Brücke bei Byzantion über den Bosporus auf dem Weg zu einer Strafexpedition gegen die Skythen, ein Volk von der Westseite des Schwarzen Meeres. Bei dieser Brücke handelt es sich um eine Schiffsbrücke, die aus vielen miteinander vertäuten Schiffen besteht. Zu Ehren des Brückenbaus lässt Dareios der Große eine Stele errichten.

Der Ionische Aufstand

Während des sogenannten Ionischen Aufstands wird Byzantion 499 vor Christus von Persien erobert. Als Konsequenz des Ionischen Aufstandes entwickeln sich der erste und der zweite Perserkrieg, in dem die Perser in Griechenland einfallen und bei Marathon (490 vor Christus) und in der Seeschlacht bei Salamis (480 vor Christus) von den Griechen geschlagen werden. Byzantion kehrt in der Folge zur Demokratie zurück, die jedoch nur bis 478 vor Christus. In besagtem Jahr erobert Pausanias, ein Verwandter des spartanischen Königshauses und Held der Perserkriege, Byzantion. Pausanias herrscht in Byzantion bis er 471 vor Christus von den Athenern vertrieben wird.

Peloponnesische Kriege

Mit dem Ende Pausanias wird Byzantion wieder eine Demokratie und schließt sich dem Attischen Seebund unter Federführung Athens an. 411 vor Christus kommt es im Attischen Seebund zum Eklat durch die zeitweise Abschaffung der Demokratie in Athen. Zu dieser Zeit ist der Peloponnesische Krieg im vollen Gange und Byzantion wechselt die Seiten und tritt dem Spartanisch-Persischen-Bündnis bei. Nach der Schlacht von Chalkidon wird 409 vor Christus Byzanz durch den Feldherren Alkibiades für den Attischen Seebund zurückerobert, mit der Niederlage Athens 404 vor Christus erhält Byzantion seine Unabhängigkeit zurück, bleibt aber noch bis 356 vor Christus Mitglied im Attischen Seebund.

Die erste Hafenmauer

Einen ersten Beleg für einen Hafen mit Mauer in Byzantion bietet der Heerführer und Historiker Xenophon 401 vor Christus, der auf seinem „Zug der Zehntausend“ durch den Bosporus fährt. 376 vor Christus steht Chalkidon unter persischer Kontrolle, mit der Eroberung von Chalkidon nutzt Byzantion 357 vor Christus die Gelegenheit die Stadt in Byzantion einzugemeinden.

Byzantion und Philipp II.

In Griechenland wird Makedonien unter Phillip II. immer mächtiger. Byzantion unterschreibt mit Phillip zunächst einen Friedensvertrag, welcher von Byzantion 341 vor Christus für nichtig erklärt wird, nachdem Phillip II. von der Stadt militärische Unterstützung gegen Athen fordert. In den Jahren 340 vor Christus belagert Phillip II. Byzantion ohne die Stadt einnehmen zu können. Die Bürger von Byzantion schreiben ihre Rettung vor Phillip II. der Göttin Hekate zu. Ihr zu Ehren wird eine Säule errichtet und Münzen mit Halbmond und Stern geprägt, den Symbolen der Göttin. In seinem Buch „Dictionary of Greek and Roman geography Volume I“ stellt William Smith die Theorie auf, dass diese byzantinischen Münzen mit dem Halbmond und dem Stern die Inspiration für das Wappen des Osmanischen Reichs sind und dadurch in der Folge noch heute die Flagge der Türkei zieren. Als Konsequenz der Belagerung tritt Byzantion dem Zweiten Attischen Bund unter Führung Athens bei.

Byzantion und Alexander der Große

Der Nachfolger Phillips II. als König von Makedonien ist Alexander der Große. Alexander der Große unterwirft in den ersten Jahren seiner Herrschaft ab 336 vor Christus die griechischen Städte. Byzantion erhält von Alexander dem Großen einen autonomen Status und unterstützt ihn auf seinen Feldzügen an die Donau mit Schiffen.

Alexanders Diadochen

Mit dem Tod Alexanders des Großen am 11. Juni 323 vor Christus beginnen für Byzantion unruhige Zeiten. Da Alexander der Große zum Zeitpunkt seines Todes außer seinem ungeborenen Sohn und einem schwachsinnigen Halbbruder keine Nachfahren hatte, welche die Möglichkeit gehabt hätten, ihm auf den Thron zu folgen, entbrannte der Diadochenkrieg. Byzantion unterstützt zunächst Antigonos I., um anschließend neutral zu werden. Für Byzanz zahlt sich diese Kehrtwende nicht aus und die Stadt verliert ihre Unabhängigkeit an den Diadochen Lysimachos.

Galier am Bosporus

Wann genau sich der keltische Stamm der Gallier auf der nördlichen Seite des Goldenen Horns angesiedelt hat, ist nicht bekannt. Gesichert ist lediglich, dass Byzantion 279 vor Christus den Galatern (Galliern) tributpflichtig geworden ist. In den heutigen Stadtteilen Karaköy und Beyoglu, die aus den antiken Städten Pera (stis Sykies – griechisch: Drüben (bei den Feigen)) und Galata entstanden ist, lebt die Siedlungsgeschichte der Gallier am Goldenen Horn weiter)

Der wachsende Einfluss Roms

Zum Ende des 3. Jahrhunderts vor Christus wird der Einfluss der Römer in Griechenland bzw. den Diadochenstaaten immer stärker und gipfelt zunächst 215 vor Christus im ersten Makedonisch-Römischen-Krieg. Byzantion zwischenzeitlich wieder von den Galatern (Galliern) unabhängig, steht auf der Seite der Römer gegen das makedonische Königreich des Phillip V. und geht mit dem römischen Bündnis als Sieger hervor. Der zweite Makedonisch-Römische-Krieg 196 vor Christus bringt allen Griechen die von Titus Quinctius Flamininus bei den Isthmischen Spielen ausgerufene Unabhängigkeit von Makedonien und eine stärkere Bindung an Rom.

Eroberung Byzantions durch Rom

Mit dem dritten Sieg Roms im dritten Makedonisch-Römischen-Krieg wird 168 vor Christus das makedonische Königreich der Antigoniden durch Rom aufgelöst und durch mehrere Republiken ersetzt. Roms Einfluss in Griechenland und Kleinasien wird dadurch immer stärker. Das Ende des griechischen Byzantion wird 146 vor Christus mit der vollständigen Unterwerfung durch Rom vollzogen. Aus Byzantion wird Byzantium.

Zeugnisse hellenistsicher Zeit in Istanbul

Aus der griechischen Zeit von Byzantion sind an der Spitze der Landzunge zwischen Bosporus und Goldenem Horn die Oberstadt (Akropolis), ein Tempel des Poseidon und ein Athene Tempel belegt. Die Agora (der Markt) und ein kleines Theater bilden die weiteren identifizierten Gebäude an der Stelle des heutigen Topkapi Palastes.

Byzanz Bildergalerie:

Amphitheater in Argos Ausgrabungsstätte in Korinth Pella, die Hauptstadt Philipps II.
Amphitheater in Argos Ausgrabungsstätte in Korinth Pella, die Hauptstadt Philipps II.

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